So nutzen Sie die automatisierten Regeln von Google Ads richtig

So nutzen Sie die automatisierten Regeln von Google Ads richtig

08.08.2021
Lesezeit: ca. 5 Min.

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Insbesondere die Kampagnenführung in komplexen Google Ads-Konten kann äußerst zeitaufwendig sein. Durch das schnelle Reagieren auf Änderungen bietet Möglichkeiten, von diesen Entwicklungen zu profitieren oder negative Auswirkungen zu vermeiden.

Diese stetige Überwachung der Kontoaktivitäten kann in einem ausgewogenen Alltag schwer umzusetzen sein. Mit automatischen Regeln kann direkt auf Aktionen reagiert werden. Auf diese Weise können Probleme, wie beispielsweise übermäßige Kosten, ungewollt deaktivierte Anzeigengruppen oder Fehler beim Google Shopping Feed-Upload frühzeitig erkannt und behoben werden.

Mit diesem einmaligen Aufwand kann die Verwaltungsarbeit langfristig erleichtert werden.

Was sind automatisierte Regeln?


Automatisierte Regeln sind Einstellungen, die in einem Konto regelmäßig überprüft werden und bei der Erkennung von vorab definierten Situationen eine automatische Reaktion auslösen.

Mit diesen Regeln können Folgereaktionen durch Analysen ausgelöst werden, die die manuellen Einstellungen vorerst ersetzen können.

Diese Regeln können anschließend an die Erstellung, jeder Zeit pausiert, aktiviert, bearbeitet oder gefiltert werden.

Um die Übersicht zu behalten können einerseits E-Mails zur Benachrichtigung über jede durch die Regeln vorgenommene Änderung erhalten werden oder andererseits in einer Liste mit den Änderungen im Regelprotokoll oder im Regelstatus eingesehen werden.

Die Regeln können dafür eingesetzt werden erhöhte Kosten zu vermeiden. Es kann durchaus vorkommen, dass durch einen manuellen Fehler ungewollt Ausgaben entstehen oder beispielsweise durch Schwankungen im Nutzerbverhalten oder auf Grund von Saisonalen Faktoren Klickzahlen unregelmäßig sind. Mit einer Regel wird die Ausspielung frühzeitig pausiert und der Werbetreibende wird über die Geschehnisse informiert.

Welche automatisierten Regeln gibt es?


Die automatischen Regeln können auf Konto-, Kampagnen-, Anzeigengruppen-, Keyword- oder Anzeigenebene durchgeführt werden.

Zu jeder Situation kann ein entsprechender Ablauf festgelegt werden. Sollte eine Situation eintreffen, dann wird die erstellte Aktion ausgeführt.

Grundsätzlich können mit den Regeln Statusänderungen oder Gebotsanpassungen der Kampagnen und Kampagnenelemente vorgenommen werden. Mit diesen zeitsparenden Maßnahmen kann die Kontoverwaltung rechtzeitig auf Performanceschwankungen der Kampagnen reagieren.

Die folgenden Beispiele stellen die Möglichkeiten der automatischen Regeln dar:

  • Anzeige pausieren, wenn eine zu geringe CTR (Click-Through-Rate) hat.
  • Anzeige pausieren, sobald ein Artikel nicht mehr vorrätig ist.
  • Kampagnen pausieren, wenn eine Aktion abläuft.
  • Kampagne pausieren, wenn der CPA (Cost-per-Action) über einen gewissen Wert aufweist.
  • Anzeige aktivieren, sobald das jeweilige Produkt verfügbar ist.
  • Kampagne aktivieren, sobald das Budget eingeteilt wurde.
  • Kampagne aktivieren, sobald auf Grund des Suchverhaltens der Nutzer wieder mehr Traffic und Conversions zu erwarten sind.
  • E-Mail senden, wenn die Impressionen unter einen bestimmten Schwellenwert fallen.
  • E-Mail senden, wenn weniger Anrufe als festgelegt registriert werden.
  • E-Mail senden, wenn die Anzeigenimpressionen einbrechen.
  • (Kampagnen-)Budgets ändern, wenn der Betrag der Kosten innerhalb eines gewissen Zeitraums deutlich höher ausfallen, als geplant.
  • Budgets ändern, sobald eine Anzeige nicht mehr unter den ersten drei Platzierungen ausgespielt wird.

Automatische Regeln anwenden


Es gibt verschiedene Möglichkeiten die automatischen Regeln in die alltägliche Verwaltung der oder des Google Ads-Kontos einzubeziehen.

Mit diesen Anwendungsbeispielen verdeutlichen sich die Möglichkeiten der Verwendung von automatisierten Regeln:

  • Kontroll E-Mails

Besonders geeignet sind die Regeln, um die Aktivität regelmäßig zu kontrollieren. Mit der E-Mail Funktion kann sich der Verwaltende über die Entwicklungen der Performance vom Vortag informieren. Je nach Einstellung der Regeln, kann die Zeit der E-Mail-Benachrichtigung auf den Arbeitsbeginn gelegt werden, sodass alle wichtigen Geschehnisse zum Arbeitsbeginn sichtbar sind und bearbeitet werden können.

In einer solchen E-Mail kann beispielsweise aufgeführt werden, wie viel pro Tag bisher ausgegeben wurde. Die E-Mail dienst auf diese Weise dazu, die täglichen Ausgaben zu überprüfen.

  • Keywords regulieren

Die Regulierung der Aktivität von Keywords kann für die Abstimmung der Kosten nützlich sein. Mittels der Regeln können Keywords mit schlechter Performance automatisch und regelmäßig aussortiert werden. Nicht nur bei Performancetests von Anzeigen und Keywords, sondern auch bei der routinemäßigen Optimierung der Keywords, können die Leistungsmesswerte mit den automatischen Regeln kontrolliert werden. Die automatisierte Funktion erkennt frühzeitig an welchen Stellen Gebote zu hoch eingestellt sind, ohne, dass Erfolge erzielt werden. Durch das Pausieren der Keywords mit zu hohen Klickpreisen, die aber keine Conversions generieren, sowie das Reduzieren von Geboten auf Keywords mit schlechten Cost-per-Conversion, kann verhindern, dass unnötig hohe Kosten entstehen. Eine solche Regel ist sinnvoll für den gesamten Zeitraum einer Kampagne einzusetzen, da so auch Kosten vermieden werden, die bei der Betrachtung der Gesamtlaufzeit nicht auffallen würden.

Die Auswahl der Keywords, für die eine Regel festgelegt ist, kann im Bereich „Bedingungen“ gesteuert werden. Mit dem ausschließen von Keywords von Regeln werden die Keywords eingeteilt.

  • Anzeigen planen

Die Regeln bieten die Möglichkeit schon im Voraus von Kampagnen die entsprechenden Anzeigen im Rahmen einer wiederehrenden oder einmaligen Basis zu organisieren.

Zu bestimmen Anlässen oder zum Wochenende hin können besondere und verkaufsfördernde Maßnahmen die Umsätze steigern. Anzeigen können in diesem Fall erstellt und anschließend pausiert werden. Mit einer Regel kann die Anzeige zum gewünschten Zeitpunkt aktiviert und mit einer zweiten Regel zu einem festgelegten Zeitpunkt wieder deaktiviert werden. Ob die Regel einmalig oder wiederholt verwendet wird, kann in der Erstellung festgelegt werden.  Wochenendaktionen sollten wiederholt verwendet werden. Für einen Feiertag ist erstmal nur eine einmalige Datierung empfehlenswert.

  • Labels einrichten

Labels sind ein nützliches Tool für eine strukturierte Kontoverwaltung. Für die Zuordnung der Labels zu einzelnen Konten, Kampagnen, Anzeigengruppen, Keywords oder Anzeigen, um diese sinnvoll zu gruppieren, können ebenfalls die automatisierten Regeln eingesetzt werden.

  • Gebote planen

Die Nachfrage im Netz ist nicht zu jeder Zeit gleichmäßig. Einerseits können die Nutzer einer Zielgruppe zu bestimmten Zeitpunkten besonders gut erreichbar sein oder andernfalls sind bestimmte Produkte zu einigen Zeitpunkten besonders gefragt. Die Regeln sind wirksame Maßnahmen, um von diesen Schwankungen zu profitieren. Zwei Regeln sind dafür notwendig, die Gebote in diesen Zeiträumen zu erhöhen. Eine zur Aktivierung und eine zum Pausieren nach Ablauf des Zeitfensters.

Bei der Erhöhung von Geboten ist es empfehlenswert diese in kleinen Schritten und mit Vorsicht vorzunehmen. Um die Ergebnisse zu Beginn besser kontrollieren zu können, besteht die Möglichkeit die Zeiträume vorerst kurz festzulegen.

 

  • CPC-Gebote regulieren

Die Höhe des Gebotes für ein Keyword hat Einfluss auf die Positionierung einer Anzeige. Mit einem höheren Gebot kann unter Umständen ein höherer Rang für die Anzeigenausspielung erreicht werden. Die automatischen Regeln können bewirken, dass die Gebote für Keywords, die besonders viele Conversions erreichen, um eine bestimmte Prozentzahl erhöht werden. Umgekehrt können die Gebote, die die gewünschte Anzahl von Conversions nicht erfüllen, gesenkt werden. Diese Regel kann wöchentlich angewandt werden, um regelmäßig nur die Keywords mit der besten Performance zu aktivieren. Empfehlenswert ist es bei dieser Verwendung der Regeln, ein begrenzendes Höchstgebot festzulegen.

Die automatische Gebotsregulierung kann auch auf eine bestimmte Position unter den Suchergebnissen oder eine gewünschte Seite ausgerichtet werden. Die Gebote werden in diesem Fall so angepasst, dass jeweils die gewünschte Position gehalten werden kann. Vorsicht ist hier geboten, da nicht allein durch die Erhöhung des Gebotes eine höhere Position erreicht werden kann. Der Qualitätsfaktor spielt für die Auktion der Anzeigenränge eine entscheidende Funktion.

  • Kampagnenbudget einstellen

Mit den Regeln können laufende Kampagnen kontrolliert werden. Die automatischen Regeln überprüfen Erfolg und Budget einer Kampagne, und wirken sich je nach Analyseergebnis auf die nächste Aktion und den Fortlauf der Kampagne aus. Das Budget kann mittels der Regeln zu bestimmten Tagen oder Stunden erhöht werden, um die Ausspielung der Kampagne zusätzlich zu steigen. Eine weitere Möglichkeit wäre es die Kampagne zu pausieren, sobald ein gewisses Budget ausgegeben wurde oder bereits eine zufriedenstellende Anzahl an Klicks oder Conversions erreicht wurde. Um letzteres zu erreichen müssen mehrere Regeln angelegt werden. Diese kontrollieren jeweils mehrmals täglich, ob die gewünschte Anzahl der Klicks erreicht wurde und pausieren dem entsprechend die Kampagne es sollte eine weitere Regel angelegt werden, die anschließend die Kampagne wieder aktiviert.

Die Verwaltung der Regeln


Eine Ãœbersicht der erstellten Regeln kann im Google Ads-Konto in der Regelliste eingesehen werden. An den Symbolen und der Bezeichnung in dieser Liste, kann erkannt werden, ob eine Regel aktiv oder pausiert ist.

In dieser Liste können Bearbeitungen und Aktualisierungen vorgenommen werden. Nach dem Bearbeiten wird ausschließlich die neue Version gespeichert. In der Vorschau wird nach einer Bearbeitung angezeigt, wie sich die Veränderungen auf das Konto auswirken. Mit dem Speichern wird der Vorgang bestätigt. Bei der Bearbeitung sollte beachtet werden, dass nur die zuletzt vorgenommenen Änderungen einer Regel rückgängig gemacht werden kann.  Und dies nur bei Regeln, die nicht die Aktion „E-Mail senden“ enthalten.

Automatische Regel erstellen


  1. Anmeldung im Google Ads Konto
  2. Werkzeugsymbol und unter „Bulk-Aktionen“ Regeln anklicken
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3. Kategorie der Regeln auswählen

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4. Einstellungen vornehmen

a) Regeltyp festlegen

b) Aktion auswählen

automatisierte-regeln-google-ads-3

c) Höchstgebot eintragen

D) Bedingungen hinzufügen

E) Häufigkeit der Regel auswählen

F) Benachrichtigung bei Ausführung der Regel aktivieren

G) Konto auswählen

H) Regeln benennen

Google Ads

5. Vorschau anschauen und Regel kontrollieren

6. Regel speichern

Fazit


Bei der Anwendung der Regeln ist es erforderlich, dass vorab ausreichend Daten gesammelt wurden. Die Ergebnisse von vorherigen Analysen sind für eine zielführende Auswertung der Entwicklungen und eine korrekte Einschätzung ausschlaggebend.

Anfangs, zur Einrichtung der automatischen Regeln kann sich diese, bei vielen Regeln und großen Konten, als aufwendig herausstellen.  Langfristig zahlt sich der einmalige Aufwand in den meisten Fällen aus. Mittels der Strukturierung der Kontoverwaltung durch automatische Regeln kann die Anforderung an manuelle Einstellungen reduziert werden, wodurch schlussendlich Zeit und Ressourcen gespart werden können.

Nicht allein durch das Vermeiden von Fehlern oder unerwarteten Kostenexplosionen, sondern auch durch den geringeren Zeitaufwand können Kosten reduziert werden.

Die Nutzung von Conversion Tracking oder Google Analytics bieten für das Sammeln von großen Datenmengen eine geeignete Grundlage. Dennoch sollten Regeln in keinen Schritten und unter stetiger Kontrolle erstellt und genutzt werden. Sobald sich mehr Vertrauen und Erfahrung entwickelt hat, können Regelwerke noch weiter ausgebaut werden.

Ihre Rückmeldung ist uns wichtig!


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Daniel Rakus

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